.

2 Berliner Vizeweltmeisterinnen und 1x Bronze im Nachwuchs

Nach über zehn Jahren fanden die Weltmeisterschaften der U23 und Junioren in diesem Jahr erstmals wieder außerhalb Europas statt. Nachdem die ursprünglich geplante Austragung in Florida abgesagt werden musste, wurden die Titelkämpfe im kanadischen Halifax auf dem traditionsreichen Lake Banook ausgetragen.

Bei windigen, aber fairen Bedingungen gehörten fünf Berliner Nachwuchstalente zum 38-köpfigen Aufgebot des Deutschen Kanu-Verbandes – und kehrten mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille nach Hause zurück.

Den größten Erfolg aus Berliner Sicht feierte Ricka Kuinke (SC Berlin Grünau). In der Mixed-Staffel der U23 kam sie mit den anspruchsvollen Bedingungen auf dem Lake Banook hervorragend zurecht. Gemeinsam mit Hanno Wortmann (Karlsruhe) absolvierte sie zwei Runden à 1.500 Meter sowie eine 150 Meter lange Portage an Land. Nach einem spannenden Rennen sicherte sich das Duo hinter Dänemark die Silbermedaille und damit den Vizeweltmeistertitel. Bereits zuvor hatte Ricka mit dem deutschen Kajak-Vierer der U23 Rang fünf belegt – lediglich eine halbe Sekunde fehlte zur Bronzemedaille.

Ebenfalls Edelmetall gewann Philipp Quiel (Grünau Kanuverein 1990). Als Schlagmann des deutschen Kajak-Vierers der U23 paddelte er hinter Ungarn und Polen zur Bronzemedaille. Nur 18 Minuten später stand Philipp bereits wieder im Startblock für das Finale über 200 Meter. Nach dem kräftezehrenden Viererrennen reichte es dort schließlich zu einem respektablen neunten Platz.

Mit gesundheitlichen Einschränkungen war Lena Gieschke (Heiligenseer KC) nach Kanada gereist. Im Kajak-Einer über 500 Meter verpasste sie nach einem starken, aber äußerst anspruchsvollen Halbfinale den Einzug ins A-Finale und gewann anschließend souverän das B-Finale. Im Kajak-Vierer zeigte die deutsche Mannschaft anschließend eine beeindruckende Leistung. Das Quartett führte das Rennen lange Zeit an und musste sich am Ende lediglich den seit Jahren dominierenden Ungarinnen geschlagen geben. Für Lena bedeutete die Silbermedaille ihre erste internationale Medaille und zugleich den Vizeweltmeistertitel.

Bei den Junioren vertrat Niklas Hilbrich (BKC Rotation Berlin) die Berliner Farben. Gemeinsam mit Moritz Hörner (Karlsruhe) überzeugte er bereits im Vorlauf und durfte auf eine Medaille hoffen. Im Finale konnte sich das Feld jedoch früh etwas absetzen. Trotz eines starken Endspurts erreichte das Duo einen hervorragenden fünften Platz – ein Ergebnis, das angesichts der internationalen Konkurrenz sehr hoch einzuschätzen ist.

Im Canadier-Einer der U23 startete Christos Tanousis (Heiligenseer KC) sowohl über 200 als auch über 1.000 Meter. Über die olympische Distanz verpasste er als Vierter seines Halbfinales den Finaleinzug denkbar knapp. Über 200 Meter qualifizierte er sich dagegen souverän für das Finale. Dort erwischte Christos zunächst einen Fehlstart und musste beim Wiederholungsstart vorsichtiger agieren. Dadurch geriet er früh ins Hintertreffen und belegte schließlich Rang sieben.

Mit zwei Vizeweltmeistertiteln, einer Bronzemedaille sowie mehreren Finalplatzierungen präsentierten sich die Berliner Nachwuchsathletinnen und -athleten bei den Weltmeisterschaften in Halifax auf höchstem internationalen Niveau. Neben den sportlichen Erfolgen werden sicherlich auch die besonderen Eindrücke einer Übersee-Weltmeisterschaft in Erinnerung bleiben und zusätzliche Motivation für die kommenden Herausforderungen liefern.