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Nun auch im Einer - Pauline Jagsch gewinnt den nächsten Weltcup

Es ist eine besondere Saison für die deutschen Kanutinnen und Kanuten – allen voran für Pauline Jagsch. Nicht nur stehen in diesem Jahr mit drei Weltcups so viele internationale Stationen wie selten auf dem Programm, sondern einer davon fand mit Brandenburg sogar vor heimischer Kulisse statt. Im ersten und zugleich richtungsweisenden Jahr der Olympiaqualifikation scheint für die Sportsoldatin vom SC Berlin Grünau derzeit nahezu alles zusammenzupassen. Nach einem kompletten Medaillensatz beim Heimweltcup sowie zwei Europameistertiteln im Kajak-Einer und Kajak-Zweier bewies sie nun auch beim Weltcup im kanadischen Montreal ihre Extraklasse.

Dem Weltcup in Montreal kam dabei eine besondere Bedeutung zu, denn für die Olympiaqualifikation muss in jedem Jahr ein Ergebnis außerhalb Europas in die Nationenwertung eingebracht werden. Diese Möglichkeit bestand 2026 ausschließlich in der kanadischen Metropole.

Bei leichtem Gegenwind erwischte Jagsch einen perfekten Start, übernahm bereits nach wenigen Metern die Führung und setzte sich schnell von der amtierenden Weltmeisterin Anna Puławska sowie den Siegerinnen der ersten beiden Weltcups ab. Hier zahlte sich das intensive Wintertraining aus, in dem insbesondere Kraft und Schnelligkeit im Fokus standen. Doch auch ihre enorme Ausdauer stellte die Grünauerin eindrucksvoll unter Beweis: Auf den letzten Metern verteidigte sie ihren Vorsprung souverän und gewann mit 0,77 Sekunden Vorsprung vor der Polin Anna Puławska und der Australierin Natalia Robot.

„Hier Gold zu gewinnen ist etwas Besonderes. Trotzdem hat sich der zweite Platz beim Heimweltcup in Brandenburg vor den eigenen Fans fast noch besser angefühlt“, sagte Jagsch nach dem Rennen und schickte einen Gruß an die Kanufans in Deutschland.

Neben ihrem Sieg im Einer steuerte sie außerdem einen wichtigen dritten Platz im Kajak-Vierer bei. Hinter den Booten aus China und Spanien sicherte sich das deutsche Quartett Bronze – ein wertvolles Ergebnis im Hinblick auf die Olympiaqualifikation, denn nur mit einer erfolgreichen Mannschaftsleistung kann Deutschland bei den Spielen 2028 in Los Angeles mit der maximalen Anzahl von fünf Starterinnen antreten. Die Zwischenbilanz der deutschen Kajak-Damen fällt daher – auch dank Pauline Jagsch – äußerst positiv aus.

Größere Sorgen bereiten derzeit dagegen die Canadier-Herren, deren Quotenplätze für Los Angeles noch keineswegs gesichert sind. Deshalb setzt der Deutsche Kanu-Verband auf neue Bootskonstellationen und schickte Conrad Robin Scheibner vom SC Berlin Grünau nach längerer krankheitsbedingter Pause wieder im Canadier-Einer an den Start. Auf der Olympiastrecke von 1976 fand Scheibner von Beginn an gut ins Rennen, qualifizierte sich souverän für das Finale und belegte dort einen starken sechsten Platz – ein wichtiges Ergebnis im Kampf um die begehrten Startplätze. Vereinskamerad Moritz Adam erreichte im selben Wettbewerb Rang fünf im B-Finale und wurde damit Gesamt-14.

Für Lena Röhlings vom SC Berlin Grünau stand dagegen die ungewohnte 200-Meter-Sprintdistanz auf dem Programm. Dort traf sie unter anderem auf die Potsdamerin Katharina Diederichs. Im direkten Duell setzte sich Diederichs im B-Finale denkbar knapp mit vier Zehntelsekunden Vorsprung durch und verschaffte sich damit die besseren Aussichten auf einen Start bei den Weltmeisterschaften Ende August im polnischen Posen.

Mit einer Bronzemedaille im Gepäck kehrt auch Parakanutin Felicia Laberer vom SC Berlin Grünau aus Kanada zurück. Über die paralympische 200-Meter-Distanz belegte sie hinter der Britin Hope Gordon und der Französin Nelia Barbosa den dritten Platz und bestätigte damit erneut ihre internationale Spitzenklasse.

Die Formkurve der Berliner Kanutinnen und Kanuten zeigt damit weiterhin klar nach oben. Rund fünf Wochen vor den Weltmeisterschaften in Posen dürfen die Athletinnen und Athleten des SC Berlin Grünau mit viel Selbstvertrauen und berechtigten Medaillenhoffnungen nach Polen reisen.e